Zur Debatte gestellt: Meinungen und Kontroverses -

Auf neuen Wegen in die Planwirtschaft?

Kommentar von: Holger Reuter

Rohrleitungen in FG © Holger Reuter, 2026
Rohrleitungen in FG © Holger Reuter, 2026

zur Einleitung einer kommunalen Wärmeplanung, beschlossen im Freiberger Stadtrat am 4. Juni 2026

Wenn Politik in die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingreift, kommt in der Regel nicht viel Positives dabei heraus. Das zumindest ist die Erkenntnis aus 40 Jahren DDR-Planwirtschaft.

Eine Erkenntnis, die zu verblassen droht. Anders kann man den von der CDU-Stadtratsfraktion eingereichten Antrag zur Wärmeplanung für die Stadt Freiberg kaum erklären. Damit wollen sie dekarbonisieren, das heißt: den Ausstieg aus fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft vorantreiben.

Das wollen sie zwar technologieoffen, aber nur mit erneuerbaren Energien tun. Ein Widerspruch an sich. Ein Eingriff in die bisher gepriesene Marktwirtschaft ist das aber allemal.

Der wissenschaftlich technische Fortschritt, einst Garant unseres erreichten Lebensstandards, wird ebenfalls auf die Vorgaben der staatlich verordneten Klimastrategie eingeengt.

Leidtragender ist der Kunde, welcher die sich aus dieser Gemengelage ergebenden Endprodukte kaufen muss. Er kann nicht mehr auf Basis von Effizienz und Preis seine Produkte auswählen, sondern die Politik entscheidet, was gut für ihn ist und das hat eben seinen Preis.

Es ist ja für eine gute Sache und eben auch gesetzlich vorgegeben. Wie gut die Sache ist zeigt die Preisentwicklung  er letzten Jahre.

Wie wohltuend war dagegen ein Beitrag aus der Tageszeitung „Die Welt“ vom 27.Mai 2026. Die Überschrift: Hoffnung auf eine Befreiung aus dem Klimagefängnis. Die Klimaforschung hat ihr extremstes Klimaszenario gestrichen, heißt es dort.

Das waren die RCP8.5-Szenarien auf denen die gesamte Klimaideologie aufgebaut ist. Der Autor äußert die Hoffnung, dass nun vieles was unseren Alltag und das Wirtschaftsleben einengt, wieder zurückgenommen werden muss und auf vernünftige Weise geregelt werden wird. Es wird sicher noch etwas dauern bis diese Botschaft in der Politik ankommt.

In Freiberg war diese Erkenntnis jedenfalls in der letzten Stadtratssitzung noch nicht gegenwärtig, denn die Mehrheit des Stadtrates begab sich auf den Weg in die Planwirtschaft.

 

Über den Autor

Holger Reuter
Holger Reuter © Privat 2022

Holger Reuter ist Jahrgang 1956; Schule (POS) in Berlin und Freiberg; Lehre in Karl-Marx-Stadt mit Abschluss als Nachrichtentechniker;

Grundwehrdienst (1,5 Jahre) bei der NVA; Studium in Leipzig mit Abschluss als Tiefbauingenieur: Anschließend in einem Ingenieurbüro und einem Bauunternehmen gearbeitet; 1984 zurück nach Freiberg; Arbeit im Hauptauftraggeber Komplexer Wohnungsbau; ab 1990 Tiefbauamtsleiter; danach Dezernent für Stadtentwicklung und Bauwesen; ab 2009 Bürgermeister für Bauwesen; seit 2024 Stadtrat.

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